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Wofür stehen wir?

Als Stadtteilkomitee sind wir ein klar politisches Projekt. Hier wollen wir unsere Grundlegenden Erklärungen und Positionen zu einigen wichtigen Problemen in unserer Gesellschaft darstellen. Wir haben uns an Themen orientiert, die die meisten Menschen betreffen und uns bewusst um klare und einfache Formulierungen bemüht.

Falls es Nachfragen oder Diskussionsbedarf gibt sprecht uns gerne an oder kontaktiert uns.

Armut oder ein geringes Einkommen, das kaum zum leben reicht, ist nicht die Schuld des Einzelnen. Es ist kein persönliches Versagen, Faulheit oder Dummheit. Es sind ganz klare gesellschaftliche Ursachen.


In unserer Gesellschaft gibt es im großen ganzen zwei Klassen. Jeder Mensch gehört entweder der einen oder der anderen an. Auf der einen Seite die Kapitalisten, diejenigen die sich durch riesigen Besitz auszeichnen und uns für ihren Reichtum arbeiten lassen. In unserer Nachbarschaft werden wir diese Menschen sowieso nicht treffen. Sie leben in Villenvierteln, haben ihr Büro in der Chefetage der Wolkenkratzer, gehen auf private Schulen oder Unis und sind mit dem Privatjet und nicht mit der Straßenbahn unterwegs. Auf der anderen Seite wir, die arbeitende Klasse.


Wir sind, auch wenn es Lohnunterscheide gibt, alle viel näher an der Obdachlosigkeit als daran auch zu der winzigen Minderheit der Superreichen zu gehören. Deswegen müssen wir Zusammenhalten.

Auch im Jahr 2026 sehen sich Verbraucherinnen und Verbraucher mit steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert. Besonders Mieten, Lebensmittel, Energie und Transport aber auch erhöhte Krankenkassenbeiträge belasten die Haushalte zunehmend.


Wie so oft sind von dieser Entwicklung vorallem Menschen mit geringem Einkommen betroffen. Die gesamt Preisentwicklung hat verschiedene Gründe. Ein ganz wesentlicher sind die gesteigenen Energiekosten. Der Angriff der USA und Israel auf den Iran wirken sich deutlich auf Energiepreise aus und treiben damit auch die Kosten in vielen anderen Bereichen nach oben. Gleichzeitig verzeichnen große Konzerne auch innerhalb der Kriese Rekordgewinne indem höhere Produktionskosten an Verbraucher weitergegeben werden. Dabei hätte die Politik durchaus Möglichkeiten, gegenzusteuern und für Entlastung zu sorgen.


Doch mit Ausreden wie der Schuldenbremse werden Unterstützung und Fortschritt weiterhin verhindert. Statt gezielter Maßnahmen sehen wir Symbolpolitik und fehlende Konsequenz. Konkrete Entlastungsvorschläge, wie etwa die Senkung oder Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, werden, trotz großer Befürwortung von Expertinnen und Experten, weiterhin abgelehnt. Die Entwicklung der Löhne kann mit der Preisentwicklung nicht Schritt halten.


Während die Kosten steigen, wachsen die Einkommen deutlich langsamer. Dieser Prozess führt zu einer Verarmung breiter Teile der Gesellschaft. Wenn der Kanzler also das nächste mal über die wachsende Faulheit der deutschen Arbeiterinnen und Arbeiter jammert, täten er gut daran sich erst einmal an die eigne Nase zu fassen.

Leipzig steht seit 2026 bundesweit auf dem zweiten Platz, was steigende Mieten betrifft. Nur Berlin übertrumpft diesen fatalen Prozentsatz. Konkret bedeutet das, dass im Vergleich zum Jahr 2016 Mieter jetzt 67% mehr für den gleichen Wohnraum in Leipzig zahlen müssen.


Besonders Stadtviertel wie Schleußig, Plagwitz oder Lindenau, im Leipziger Westen, leiden besonders stark unter Gentrifizierung. Dazu kommt, dass nach dem Mauerfall die Stadt Leipzig große Geldnot hatte und Immobilien, sowie Land auf dem potentiell gewohnt werden kann, an private Unternehmen bzw. Privatpersonen verkaufte. Auch wenn sich in den Jahren nach der Wende Genossenschaften wie die LWB, Lipsia und WOGETRA etablieren konnten, sind diese Wohnungen fast alle bewohnt.

Für junge Menschen aus Leipzig und/oder mit begrenztem Budget bleiben oft nur die Wohnung privater Unternehmen. Diese vermieten nun an die Menschen, die es sich leisten können für überteuerte Preise nach Leipzig zu ziehen und nicht an die, die es brauchen.


Privatpersonen und Konzerne entscheiden auf dem Leipziger Wohnungsmarkt wer gut wohnen darf und anstatt in eine Stadtgemeinschaft zu investieren, wird dem Höchstbietenden die Trophäe übergeben.

Rassismus in Deutschland ist kein Zufall, sondern hängt eng mit Politik und System zusammen. Er lenkt davon ab, wer wirklich Verantwortung trägt: politische Entscheidungen und wirtschaftliche Strukturen, die soziale Ungleichheit erzeugen. Steigende Mieten, teure Lebensmittel und unsichere Jobs sind nicht die Folge von Migration, sondern von politischem Entscheidungen, etwa fehlendem Wohnungsbau, schwacher Regulierung von Konzernen und einer Politik, die soziale Probleme vernachlässigt und die Hilfsangebote die es gibt immer weiter kürzt.


Trotzdem schieben fast alle Politiker, die Debatte bewusst in Richtung Migration, um von diesen Problemen abzulenken. Maßnahmen wie strengere Asylgesetze oder Grenzkontrollen lösen keine sozialen Probleme, dienen aber oft dazu, Handlungsfähigkeit vorzutäuschen. Währenddessen arbeiten viele Migranten in schlecht bezahlten, aber wichtigen Berufen (wie z.B. in Pflegeberufen, auf Baustellen oder als Erntehelfer) sie sind nicht die Ursache der Krise, sondern werden meist noch stärker ausgebeutet.


Wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden, profitieren vor allem die politisch und wirtschaftlich Mächtigen. Genau das stabilisiert ein System, das Ungleichheit vorantreibt. Auch große Medienhäuser verstärken diese Verschiebung immer mehr, indem sie Migration einseitig darstellen und strukturelle Ursachen ausblenden. Wir stehen ganz klar hinter allen die rassistische Schikane erfahren.

Lassen wir uns nicht von Medien und Politikern spalten die mit Lebensrealität nichts gemeinsam haben.

Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft. Dieses Gesellschaftssystem unterdrückt und benachteiligt tagtäglich Frauen auf einer strukturellen Ebene. Das Patriarchat schreibt Frauen eine untergeordnete gesellschaftliche Rolle zu.


Dadurch erfahren Frauen (sexualisierte) Gewalt, werden objektifiziert und leisten unbezahlte Sorgearbeit. Im Jahr 2024 erlebte weniger als alle vier Minuten eine Frau Gewalt durch ihren (Ex-) Partner. Mindestens jede fünfte Frau in Deutschland hat schon körperliche Gewalt in einer Partnerschaft erlebt. Rund 80 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt sind Frauen. Fast jeden Tag tötet ein Mann eine Frau. Und all das sind nur die registrierten Fälle! Diese Gewalt gegen Frauen nimmt jährlich zu. Bereits in den letzten 5 Jahren sind die Fallzahlen häuslicher Gewalt um über 20 % gestiegen. Die Gewalt gegen Frauen dient dazu, die ungleichen Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau aufrecht zu erhalten


In unserer Gesellschaft wird der Wert einer Frau daran bemessen, welche Funktion sie für Männer erfüllen können. Frauen funktionieren als Haushaltskraft, Gebährmaschine, Sexobjekt und Fürsorgerin. Frauen werden zu Objekten gemacht und damit entmenschlicht. Die Unterdrückung der Frau geschieht nicht zufällig oder natürlich, sondern ist Teil unseres Systems, in dem wir leben, damit es funktionieren kann. Das erkennt man auch in der doppelten Ausbeutung der Frau

Frauen übernehmen den Großteil der unverzichtbaren und unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. Diese umfasst Tätigkeiten wie die Arbeit innerhalb der Familie, zum Beispiel die Kinderbetreuung und Erziehung sowie die Pflege von Alten und Kranken und die Arbeit im Haushalt. Neben der unbezahlten Arbeit sind Frauen wie auch Männer von der Lohnarbeit abhängig.

Zudem sind Frauen heutzutage immer noch finanziell abhängig vom Mann, da sie öfter als Männer in Teilzeit arbeiten oder ihre bezahlte Arbeit häufiger und länger als Männer unterbrechen müssen, zum Beispiel durch Familiengründung und das Leisten von Sorgearbeit. Das führt dazu, dass Frauen häufiger unter Altersarmut leiden. Sie bekommen im Schnitt 33 % weniger Rente als Männer. Mehr als jede zweite erwerbstätige Frau in Deutschland gibt an, dass sie sich langfristig nicht selbst finanzieren kann. Alleinerziehende Mütter sind besonders armutsgefährdet.


Deshalb setzen wir uns gegen die Unterdrückung der Frau ein. Wir wollen den Zusammenhalt unter uns Frauen stärken und gegen die Ungerechtigkeit kämpfen.

Rassismus, Sexismus und andere Menschenfeindlichkeit gehören in Deutschland zum Alltag dazu. Laut Verfassungsschutz kam es im Jahr 2024 zu 37.835 rechtsextremistischen Straf- und Gewalttaten. Das sind 104 registrierte Fälle pro Tag. Die Dunkelziffer sind dabei viel höher und jährlich steigt die rechte Gewalt global an.


Diese Zahlen entstehen nicht durch einzelne rechte Kräfte innerhalb der Gesellschaft, sondern sind ein klares Zeichen wie sich eine tief in Arm und Reich gespaltene Gesellschaft ausdrückt. Der Kapitalismus gibt uns nichts als gleichbleibende Löhne, steigende Lebenserhaltungskosten, eine unsichere Beschäftigung und eine bröckelnde Infrastruktur. Anstatt die Ursprünge dieser Probleme in den bestehenden Ausbeutungsverhältnissen zu suchen, wird auf Feindbilder umgelenkt.


Diese ideologische Hetze wie beispielsweise von Friedrich Merz, dass „ein beachtlicher Teil der Gewalt aus der Gruppe der Zuwanderer komme“, schafft ein „Innen gegen Außen“, spaltet uns arbeitende Bevölkerung und ist faktisch falsch. Dabei vergrößert sich die Hetze und Spaltung mit zunehmenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krisen. Anhand des NSU-Komplexes oder den rassistischen Morden durch die Polizei, wie an Oury Jalloh, kann man erkennen, dass der Staat uns nicht schützt und selbst durchsetzt mit rechten Netzwerken ist.


Selbst bis heute ist unklar wo die Bullen in Hanau waren. Deshalb müssen wir uns selbst gegen rechte Gewalt stellen und sehen die Notwendigkeit für einen militanten Antifaschismus!

Ob Ukraine, Gaza, Sudan oder Iran: Die Erzählung von der regelbasierten Weltordnung, die für Frieden und Diplomatie auf der Welt sorgen würde, bekommt aktuell so viele Risse, wie schon lange nicht mehr. Leitmedien und Politik sind sich einig: Die Zeit des Friedens ist faktisch vorbei, Diplomatie ein überholtes Prinzip aus Zeiten, in denen die USA noch ein Land nach dem anderen zerbomben konnte, ohne dass die Tagesschau dies als „völkerrechtswidrigen Angriff“ bezeichnet hätte.  Auf der ganzen Welt bereiten sich die Herrschenden auf den Kriegskurs vor. Deutschland ist dabei keine Ausnahme, ganz im Gegenteil.


Jahrelang wurden wir darauf eingestimmt, uns bloß keine Illusionen über mehr Geld für Bildung, Gesundheit oder Soziales zu machen, denn das sei ohnehin nicht da. Während Deutschland nun für den Aufbau der „größte konventionelle Armee Europas“ hunderte Milliarden ausgibt, entdeckt es auf einmal die Möglichkeit, als weltweit drittgrößte Volkswirtschaft Schulden zu machen - nur eben nicht für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung.


Es ist wichtig aus der Geschichte zu lernen, besonders wenn es um Krieg und Aufrüstung geht: Erstens wurden hunderte Milliarden an Schulden nie für Kriegsmaterial ausgegeben, um dieses irgendwo einzulagern - Aufrüstung ist Kriegsvorbereitung. Zweitens ging es in den großen Verteilungskriegen der Herrschenden nie darum, den Arbeiterinnen und Arbeitern ein besseres, freieres Leben zu ermöglichen, sondern nur um Reichtum und Machtgewinn einer winzigen Minderheit an Kriegsprofiteuren. Warum sollte es dieses Mal anders kommen?

Drittens ist es genau diese Minderheit an Wirtschaftsbossen und Politikern, die mit ihrer menschenfeindlichen Sozialpolitik und ihrer blinden Profitgier jetzt gerade unseren Lebensalltag unmittelbar verschlechtert. 


Wir richten uns ausdrücklich gegen den als alternativlos dargestellten Kriegskurs der Regierung Merz. Ein besseres, freieres Leben erreichen wir nur in der gemeinsamen, politischen Auseinandersetzung mit denen, die uns hier im Land ausbeuten und unterdrücken. In den Kriegen der Reichen, gibt es für uns Arbeiterinnen und Arbeiter alles zu verlieren, aber nichts zu gewinnen.

Auch wenn diese politischen Themen auf den ersten Blick recht verschieden wirken haben sie doch einige Gemeinsamkeiten.  Zu aller erst sind sie nicht die Schuld der einzelnen Personen. Ob die hohen Mieten, die steigenden Preise, Armut, Rassismus oder Kriegsreiberei. Das Menschen darunter leiden, liegt nicht an ihren Fehlern. Sie sind fest in dieser Gesellschaftsordnung verankert. Dieses System braucht uns möglichst vereinzelt, hoffnungslos und gespalten. Nur so finden sich Arbeitskräfte für immer miserablere Löhne und Kanonenfutter für ihre Kriege. 


Es ist auch klar, dass wir Arbeitenden und Armen von allen oben genannten Problemen am stärksten betroffen sind. Genau deswegen kümmert sich die Politik aller Merz und Co. auch nicht darum. Sie wollen und können sie nicht lösen. Dieser Zustand ist aber nicht unveränderlich. Es gibt kein Naturgesetz, das vorschreibt dass Menschen von leer stehenden Luxuswohnungen auf der Straße schlafen müssen oder alle gesellschaftliche Energie nur noch in Aufrüstung und Krieg gesteckt wird. Wir sind der festen Überzeugung, dass wie wir miteinander leben und arbeiten veränderbar ist.


Doch um Probleme wie Armut, Ausbeutung, Frauenunterdrückung und Krieg nachhaltig zu lösen brauchen wir eine andere Gesellschaftsordnung. Eine Ordnung in der diejenigen die von unserem Schaden profitieren, entmachtet werden. Für ein Ende ihrer Macht müssen wir uns als Arbeitende und Arme zusammenschließen und unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen. Doch leider sind wir zum heutigen Zeitpunkt viel zu vereinzelt, schwach und planlos, den Kampf dafür aufzunehmen. Wir können ernsthafte Veränderung nur erkämpfen wenn wir uns einig sind. Dafür wollen wir in Zschocher und Umgebung einen Beitrag leisten. Wir sind in den verschiedensten Betrieben und Branchen, doch leben sehr dicht beieinander im gleichen Viertel. Wir sind am Ende diejenigen die alles am Laufen halten, deswegen können wir auch alles verändern, wenn wir wollen


Unser Ziel ist es einen Ort, die Rote Ilse, aber auch vor allem eine Struktur, das Stadtteilkomitee am Adler zu schaffen, in der sich Arbeiterinnen und Arbeiter aus dem Viertel zusammenschließen können.


Jeder der will kann bei uns einen Beitrag dazu leisten, kommt dafür einfach auf uns zu.

Stadtteilladen Rote Ilse

Dieskaustraße 20, 04229 Leipzig


Mo. - Fr.:

Sa.:

So.:

info@stadtteilkomitee-adler.org


@stadtteilkomitee_adler